Mangan als Schlüssel: US-Batteriemetallversorgung und EV-Boom 2025

Mangan als Schlüssel: US-Batteriemetallversorgung und EV-Boom 2025

South32 und die Batterie-Revolution: Wie das Hermosa-Projekt die Mangan-Versorgung der USA stärken könnte

In der dynamischen Welt der Elektromobilität und Energiespeicherung spielt Mangan eine wesentliche Rolle – besonders im Kontext der sich wandelnden Batterietechnologien und der globalen Rohstoffversorgung. Während Lithium und Nickel oftmals die Schlagzeilen dominieren, bietet Mangan als batteriefähiges Metall bedeutende Chancen, insbesondere für den nordamerikanischen Markt. Das Hermosa-Projekt von South32 im US-Bundesstaat Arizona könnte die Abhängigkeit der USA von Mangan-Importen entscheidend reduzieren und damit die Batterie-Lieferketten krisenresistenter gestalten.

Mangan: Ein unterschätztes Schlüsselelement in der Batteriezukunft

Mangan wird in der Batteriezellchemie vor allem in Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid (NMC)-Kathoden verwendet. Solche Kathoden sind noch immer der Standard in vielen Elektrofahrzeugen, da sie eine ausgewogene Mischung aus Energiedichte, Sicherheit und Kosten bieten. Typische NMC-Formulierungen wie NMC 811 (80 % Nickel, 10 % Mangan, 10 % Kobalt) erfordern etwa 0,1 bis 0,2 kg Mangan pro kWh Batteriekapazität. Darüber hinaus gewinnt Mangan in neuen Batteriekonzepten wie LMFP (Lithium-Mangan-Eisen-Phosphat) an Bedeutung, das eine vielversprechende Alternative zu Lithium-Eisen-Phosphat (LFP) ohne Nickel darstellt.

Gleichzeitig entwickelt sich der Batteriemarkt hin zu kobaltarmen oder -freien Zellchemien, die Mangan verstärkt ins Rampenlicht rücken. Die Nachfrage nach Mangan für Batteriezwecke wird von Marktforschern bis 2030 auf mehrere Hunderttausend Tonnen jährlich geschätzt, da sich der weltweite EV-Absatz laut Marktdaten vom 17.7.2022 in den kommenden Jahren weiter vervielfachen wird.

Hermosa-Projekt: Produktion vor der Haustür der US-Batterieindustrie

Die USA produzieren seit den 1970er Jahren kein eigenes Manganerz mehr. Das Hermosa-Projekt von South32 stellt hier einen entscheidenden Infrastrukturbaustein dar, indem es eine heimische Quelle für sowohl Mangan als auch Zink bereitstellt. Mit einer Lage in den Patagonia Mountains von Arizona könnte Hermosa langfristig den US-Manganbedarf decken, der heute zu zwei Dritteln aus Gabun und dem Rest aus Südafrika und Mexiko importiert wird.

South32 legt dabei Wert auf die vollumfängliche Integration: Das Erz soll nicht nur gefördert, sondern bereits vor Ort zu batteriefähigem Vorläufermaterial (pCAM) für Kathoden weiterverarbeitet werden. Diese regionale Wertschöpfung ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit der amerikanischen Batterie- und Automobilindustrie sowie die Sicherung der Lieferketten gegen internationale Disruptionen.

Aktuell hält Hermosa Gespräche mit zahlreichen Batterie- und OEM-Herstellern – einige Absichtserklärungen sind bereits unterzeichnet – was das starke Interesse an einer inländischen Manganversorgung beweist. Zusätzlich fördert die US-Regierung mit Programmen wie FAST-41 und finanziellen Zuschüssen im Rahmen des Defense Production Act die Entwicklung innovativer heimischer Rohstoffquellen.

Batteriemetall-Ökosystem im Wandel: Mehr als nur Mangan

Während Mangan in Nordamerika gestärkt wird, bleibt eine diversifizierte Versorgung von Lithium, Kobalt, Nickel und Graphit weltweit essenziell. Lithium wird aktuell vor allem aus Australien, Chile und Argentinien gewonnen, während Kobalt fast zu 70 % aus der Demokratischen Republik Kongo stammt – ein geopolitisches Risiko mit ethischen Bedenken.

Nickel, zentral für NMC- und NCA-Batterien, stammt zunehmend aus Indonesien, das weltweit größter Produzent ist. Allerdings sieht man hier auch technische Herausforderungen: Nickel muss hoch gereinigt werden, und umweltbewusste Lieferketten gewinnen an Bedeutung.

Graphit, entscheidend für die Anode, wird überwiegend aus China importiert, was die USA und Europa ebenso vor Herausforderungen stellt.

Angesichts dieser Abhängigkeiten werden neue Batterietechnologien wie Festkörperbatterien oder Natrium-Ionen-Batterien erforscht, um Ressourcen zu schonen und Rohstoffrisiken zu mindern. Gleichzeitig investieren Hersteller in Recycling-Technologien, wie das Battery-to-Battery-Recycling, das zunehmend möglich macht, wertvolle Metalle effizient wiederzugewinnen und so den Rohstoffkreislauf zu schließen.

Chancen und Risiken: Ein Blick aufs Big Picture

South32s Ansatz, mit Hermosa eine vollständig integrierte Manganquelle im Herzen der USA zu etablieren, bietet exzellente Chancen angesichts der steigenden EV-Produktion und der Bestrebungen zur Versorgungssicherheit. Die Verlagerung der Wertschöpfung in die Nähe der Absatzmärkte kann Lieferketten stabilisieren und langfristige Kostenvorteile generieren.

Gleichzeitig sind Risiken nicht zu vernachlässigen: Bergbauprojekte in den USA stehen vor komplexen Genehmigungsverfahren und können durch regulatorische Verzögerungen oder ökologische Auflagen belastet werden. Auch die technologische Entwicklung der Batterien ist nicht linear und könnte den Bedarf nach Mangan unerwartet reduzieren, falls alternative Materialien und Zellchemien stärker durchsetzen.

Fazit

Das Hermosa-Projekt von South32 ist ein aussagekräftiges Beispiel für die wachsende Bedeutung regionaler Batteriemetallproduktion in Nordamerika. Mangan wird im heutigen und zukünftigen Batterie-Ökosystem eine entscheidende Rolle spielen, weil es nicht nur ein Schlüsselmaterial in bewährten Kathodentechnologien ist, sondern auch in neuen, kobaltarmen oder kobaltfreien Systemen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Für Investoren in Rohstoffe und Batterieindustrie gilt es, die Fortschritte bei Projekten wie Hermosa sorgfältig zu beobachten, denn mit der Umschichtung der weltweiten Lieferketten und Technologiewechseln sind sowohl attraktive Chancen als auch Herausforderungen verbunden – ganz im Sinne eines zunehmend nachhaltigen und resilienten Batterie-Metall-Ökosystems.

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